Gemaltes Lächeln
Veröffentlichungsdatum: 5. November 2025
Veröffentlichungsdatum: 5. November 2025
Dieses Lied entstand nach einer Dokumentation, die mich tief erschüttert hat.
Sie zeigte, wie häusliche Gewalt oft im Verborgenen bleibt.
Wie sie sich hinter scheinbar normalen Leben versteckt.
Und wie oft sie ein Ende nimmt, das nicht mehr rückgängig zu machen ist.
Was mich am meisten getroffen hat, war das Schweigen darum.
Die Momente, in denen niemand hinsieht.
Die Zeichen, die übersehen werden.
Die Geschichten, die nie erzählt werden.
Dieses Lied war mein Versuch, dieser Stille eine Stimme zu geben.
Und vielleicht auch eine leise Erinnerung:
Nicht jedes Lächeln ist echt.
Und manchmal reicht ein genauer Blick,
um etwas zu verändern.
Wenn dich dieses Lied betrifft oder du dich darin wiedererkennst:
Du bist nicht allein.
Es gibt Menschen, die zuhören und helfen.
🇩🇪 Hilfetelefon Gewalt gegen Frauen: 08000 116 016
🌐 www.hilfetelefon.de
An jedem Morgen steht sie da,
sieht in den Spiegel – sucht den Traum.
Wäscht den Schmerz aus ihrem Blick,
schminkt sich Ruhe – Stück für Stück.
Die Uhr tickt leise, Stunde um Stunde,
ihr Atem geht im gleichen Bunde.
Sie hört den Schlüssel durch die Wand,
sie spürt das Zittern ihrer Hand.
Sie stellt die Tasse auf den Tisch,
die Angst wie Rauch verbreitet sich.
Jede Minute trägt ihr Leid,
das Wort „es geht“ in der Dunkelheit.
Sie malt ihr Lächeln – wie falsches Glück,
damit niemand sieht, was drunter sich verbirgt.
Kein Schrei durchbricht die kalten Wände,
wo Liebe sich in Fesseln wendet.
Sie malt ihr Lächeln – Schicht für Schicht,
bis selbst der Spiegel sie nicht sieht.
Unter Staub und falschem Schein
verblasst, wer sie einst wollte sein.
Die Mutter sagt: „Hab’ stets Geduld,
das ist des Weibes alte Schuld.“
Sie meint es gut, doch was sie lehrt,
hat sie nur selbst zu oft erlebt.
In ihren Worten schläft die Zeit,
aus Scham geboren und aus Leid.
So wird aus Liebe leises Schweigen,
das Töchter weiter still ertragen.
Die Freundin lobt: „Du strahlst so hell,
so stark, so schön – wie eh und jeh.“
Beim Kaffee Lachen, der Tag vergeht,
doch keiner fragt, was sich tief versteckt.
Im Bild: ein Haus, so glücklich, rein,
im Blick: Erschöpfung, dumpf und klein.
Denn leichter ist’s, an Glanz zu glauben,
als in den Schmerz einzutauchen.
Sie malt ihr Lächeln – wie falsches Glück,
damit niemand sieht, was sich drunter verbirgt.
Kein Schrei durchbricht die kalten Wände,
wo Liebe sich in Fesseln wendet.
Heut malt sie ihre Lippen nicht,
sieht in den Spiegel – weicht dem Licht.
In ihrer Narbe glimmt ein Schein,
im Blick erkennt sie sich – allein.
Die Luft riecht anders, klar und still,
die Stille tut nicht weh, sie kühlt.
Sie weiß, sie geht – wohin, wer weiß,
doch diesmal bricht sie aus dem Kreis.
Sie öffnet Fenster, lässt rein den Tag,
das Licht rinnt sanft über der Hand.
Ihr Haar fällt frei, ihr Atem weich,
nichts hält sie mehr – kein Griff, kein Reich.
Im Schrank sein Hemd am Bügel hängt,
das Bild im Rahmen – umgedreht.
Die Stille rein, sie riecht nach Zeit,
ein Neubeginn, so nah, so weit.
Sie malt kein Lächeln, nicht mehr heut,
ihr Blick im Spiegel – ohne Scheu.
Sie bittet die Welt nicht mehr um Recht,
zu atmen, zu leben, einfach echt.
Sie malt kein Lächeln, braucht es nicht,
zum ersten Mal – ihr wahres Licht.
Aus diesem Antlitz, frei und klar,
blickt Frieden, Hoffnung, Licht – so wahr.
Dieses Lied existiert auch in anderen Sprachen:
🇵🇱 Malowany uśmiech
🇬🇧 Painted Smile